Migräne als Risikofaktor für Hirnschlag?

  • m -- Etminan M, Takkouche B, Isorna FC et al. Risk of ischaemic stroke in people with migraine: systematic review and meta-analysis of observational studies. BMJ 2005 (8. Januar); 330: 63-6 [Link]
  • Zusammengefasst von: Renato L. Galeazzi
  • infomed screen Jahrgang 9 (2005) , Nummer 4
    Datum der Ausgabe: April 2005

Bei der klassischen Migräne wurden Durchblutungsstörungen und eine Hyperaggregabilität der Thrombozyten gefunden. Ob die Migräne jedoch einen Risikofaktor für einen Hirnschlag darstellt, ist nicht abschliessend geklärt, obwohl schon verschiedene Studien zu dieser Frage erschienen sind. Elf Fall-Kontroll-Studien und drei Kohortenstudien wurden in diese Metaanalyse eingeschlossen. In sechs dieser Studien waren die Daten auch in Migräneformen mit oder ohne Aura aufgeschlüsselt. Alle Studien zusammengefasst betrug das relative Risiko für einen Hirnschlag für Migränekranke 2,16 (95% CI 1,89-2,48). Ein signifikant erhöhtes Risiko fand sich sowohl bei Migräne mit Aura (RR 2,27) wie auch bei Migräne ohne Aura (RR 1,83). Alter veränderte das relative Risiko nicht, besonders stark zu erhöhen scheint hingegen eine Migräne das Risiko bei Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen (RR 8,72).

Die Studienverantwortlichen diskutieren die Grenzen dieser Resultate selber: Einflüsse möglicher Therapien, mögliche Erinnerungslücken in Fall-Kontroll-Studien, Wirkung von Antiphospholipiden usw. wurden nicht berücksichtigt. Auf eventuelle therapeutische Konsequenzen dieser Ergebnisse kommen sie aber nicht zu sprechen: Sollte vielleicht Acetylsalicylsäure dem Paracetamol in der Anfallstherapie vorgezogen werden, oder sollte Acetylsalicylsäure als Prophylaxe gegeben werden? Fragen, die bisher nicht geklärt sind.

Zusammengefasst von Renato L. Galeazzi

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infomed-screen 9 -- No. 4
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Migräne als Risikofaktor für Hirnschlag? (April 2005)