Helicobacter-Eradikation und Magenkarzinom

  • r -- Wong BC, Lam SK, Wong WM et al. Helicobacter pylori eradication to prevent gastric cancer in a high-risk region of China: a randomized controlled trial. JAMA (14. Januar 2004); 291: 187-94 [Link]
  • Zusammengefasst von: Martin Schneider
  • infomed screen Jahrgang 8 (2004) , Nummer 4
    Datum der Ausgabe: April 2004

In epidemiologischen Studien wurde wiederholt gezeigt, dass die Infektion mit Helicobacter pylori mit dem Magenkarzinom assoziiert ist. Es war jedoch bisher unklar, ob die Eradikation der Infektion eine präventive Wirkung hat. Diese placebokontrollierte Studie wurde in Fujian (China), einer Gegend mit hoher Inzidenz des Magenkarzinoms, durchgeführt. 1'630 Personen mit endoskopisch bestätigter Besiedelung mit Helicobacter pylori wurden in die Studie aufgenommen, wobei bei 642 (39%) präkanzeröse Läsionen vorlagen. 817 Personen erhielten eine Eradikationsbehandlung mit Omeprazol (z.B. Antra®), Co-Amoxiclav (z.B. Augmentin®) und Metronidazol (z.B. Flagyl®); 813 erhielten ein Placebo. Nach 5 Jahren oder bei Bedarf wurde wieder eine Gastroskopie durchgeführt.

Nach einer Beobachtungszeit von 7,5 Jahren hatten 7 Personen in der Behandlungsgruppe und 11 in der Kontrollgruppe ein Magenkarzinom entwickelt (Unterschied nicht signifikant). In einer post-hoc-Analyse der Gruppe von Personen, die zu Beginn keine präkanzeröse Läsionen der Magenschleimhaut aufgewiesen hatten, fand sich eine statistisch signifikante Reduktion der Magenkarzinominzidenz (0 gegenüber 6 Fällen). Personen ohne Veränderungen der Schleimhaut scheinen von einer Eradikationstherapie zu profitieren. Diese Hypothese sollte nun durch weitere Studien bestätigt oder verworfen werden.

Zusammengefasst von Martin Schneider

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infomed-screen 8 -- No. 4
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Helicobacter-Eradikation und Magenkarzinom (April 2004)