INTERNET CORNER: Medline-Varianten

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  • Zusammengefasst von: Etzel Gysling
  • infomed screen Jahrgang 18 (2014) , Nummer 5
    Datum der Ausgabe: September 2014

Wenn ich mich nicht auf «Sekundärliteratur» wie Guidelines u.ä. stützen will (oder kann), verwende ich normalerweise die Medline-Datenbank via PubMed (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed), also die primäre Quelle dieser Datenbank, die von der US National Library of Medicine zur Verfügung gestellt wird. Da die Datenbank aber auch von anderen Anbietern verwendet werden kann, gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten, Medline-Daten – teilweise mit Zusatzangeboten – abzurufen. Ausserdem gibt es andere Datenbanken mit medizinischen Referenzen, die mindestens teilweise auf dieselbe Literatur wie PubMed verweisen. Obwohl ich den Eindruck habe, PubMed biete mir am meisten, kann eines der anderen Angebote durchaus attraktiv erscheinen. Ich habe deshalb einige davon ausprobiert; hier die (nicht notwendigerweise repräsentative) Auswahl:

BibliMed (www.biblimed.com) wahlweise in englischer oder französischer Sprache angeboten und als «intuitive Schnittstelle» zu Medline bezeichnet, umfasst dieselben Referenzen wie PubMed. Diese sind jedoch durch multiple Hyperlinks (z.B. zu Google Scholar, zu Wikipedia, zu Studien-Datenbanken) angereichert. Direktes Abspeichern in einer Mendeley-Referenzenliste (siehe: www.mendeley.com) wie auch in BibliMed selbst ist möglich. BibliMed ist attraktiv, bietet jedoch nicht so umfassende Individualisierungsmöglichkeiten wie PubMed.

Bei Quertle (www.quertle.info) finden sich ebenfalls alle PubMed-Referenzen (allerdings mit einer gewissen Verspätung) sowie ergänzende Daten (z.B. aus Toxline). Quertle versucht, möglichst relevante Referenzen zu finden und offeriert neben «fokussierten» auch «weit gefasste» Resultate sowie die Möglichkeit, die Resultate zu übersetzen (maschinell, via Google). Diese Datenbank mag für gewisse Fragestellungen leichter als PubMed zu verwenden sein, hat aber auch bedeutsame Mängel – so kann man beispielsweise zwei Begriffe nicht mit Anführungszeichen als Einheit zusammenfassen, was in PubMed sehr praktisch ist.

Europe PMC (http://europepmc.org) beruht auf den aktuellen PubMed-Daten und kann die Resultate auch so «filtrieren», dass man nur gerade Gratis-Volltexte präsentiert erhält (was mit wenig mehr Aufwand auch in PubMed gut funktioniert). Ebenfalls wie in PubMed lassen sich die Referenzen nach Datum oder nach «Relevanz» geordnet abrufen.

Ein weiteres, mit GoPubMed bezeichnetes Angebot (http://gopubmed.org) will durch die Verknüpfung von Medline-Abstracts mit «Hintergrund-Wissen» bessere Suchergebnisse erzielen. In welchem Masse dies gelingt, kann ich nicht recht beurteilen – dafür ist meine Suchtechnik wohl zu einfach.

Interessant (und auch in Forschungsprojekten verwendet) ist Google Scholar (http://scholar.google.com), wobei hier nicht restlos klar ist, wie die Referenzen genau ausgelesen werden. Sicher ist auf alle Fälle, dass es teilweise die gleichen sind wie in Medline, aber ergänzt mit Daten aus anderen Quellen.

Zu erwähnen sind schliesslich kostenpflichtige Angebote wie Embase, Scopus und «Web of Science», die zwar zweifellos noch mehr Referenzen vermitteln können, aber in der Regel nur in grösseren Institutionen zur Verfügung stehen.

Etzel Gysling

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infomed-screen 18 -- No. 5
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Medline-Varianten (September 2014)