• Gastrointestinale Perforationen unter Januskinase-Hemmern
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 25. August 2025

Mit einer Disproportionalitätsanalyse, für die man sich der FDA-Nebenwirkungsdatenbank bediente, wurde untersucht, ob die bei rheumatoider Arthritis eingesetzten Januskinase-Hemmer wie Tofacitinib (Xeljanz®), Upadacitinib (Rinvoq®) und Baricitinib (Olumiant®) das Risiko von gastrointestinalen Perforationen erhöhen. Man stellte fest, dass gastrointestinale Perforationen unter Januskinase-Hemmern fast doppelt so häufig vorgekommen waren wie unter TNF-α-Hemmern oder anderen biologischen Basismedikamenten (ROR = 1,98 [1,69–2,31]). Bei den Januskinase-Hemmern  dauerte es im Median 9 Monate, bis sich die Perforation manifestierte, und die Perforationen traten sowohl im oberen wie im unteren Gastrointestinaltrakt auf. Ausserdem beobachtete man, dass das Risiko einer Perforation noch höher liegt, wenn gleichzeitig ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer oder ein Steroid eingenommen wird.

Volltext der Studie aus «United European Gastroenterology Journal»: 
Gastrointestinal Perforations Associated With JAK Inhibitors: A Disproportionality Analysis of the FDA Adverse Event Reporting System

  • Pränatale Glukokortikoide und psychische Störungen bei Kindern
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 7. August 2025

Mit Daten aus dem dänischen Geburtenregister wurde untersucht, ob bei Kindern vermehrt psychische Störungen vorkommen, wenn die Mutter pränatal mit Glukokortikoiden behandelt worden ist. Man verglich Kinder, deren Mutter wegen einer drohenden Frühgeburt bzw. wegen einer Autoimmun- oder entzündlichen Erkrankung Glukokortikoide erhalten hatte, mit Kindern, deren Mutter keine Glukokortikoide bekommen hatte.
Es zeigte sich, dass innerhalb der ersten 15 Lebensjahre bei steroidexponierten Kindern signifikant häufiger eine Erkrankung aus dem Autismus-Spektrum bzw. eine affektive oder Angststörung aufgetreten war; auch intellektuelle Einschränkungen oder ein ADHS waren häufiger diagnostiziert worden, wobei allerdings die Signifikanzschwelle nicht ganz erreicht wurde.
Die Daten sprechen für einen vorsichtigen Einsatz von Glukokortikoiden in der Schwangerschaft. Jedoch sollten die Ergebnisse gegen die Risiken einer unbehandelten Schwangerschaft abgewogen und im Kontext geringer bis moderater absoluter Risikounterschiede betrachtet werden. Zudem kann ein Einfluss durch die Schwere der Erkrankung nicht ausgeschlossen werden.

Volltext der Studie aus «JAMA Network Open»:
 Mental Disorders Among Offspring Prenatally Exposed to Systemic Glucocorticoids